27.07.2018

e-Paint: Diese Farbe kann mehr

Fa. Blach Malergeschäft zertifiziert zur Ausführung dieser Technik!

Sie ist schwarz wie die Nacht – die „Wunderfarbe“ aus Kohlenstoff, mit der man heizen kann. Weil man dafür lediglich einen Stromanschluss braucht, ist die Infrarotheizung auch schnell in Räumen installiert, die nicht ans bestehende Heizsystem angeschlossen sind.

Die Einbettung von unterschiedlichen Kohlenstoffmaterialien macht es möglich, dass der Anstrich hochleitfähig für Strom wird. Außerdem sorgt sie dafür, dass bereits Niederspannung von 24 Volt ausreicht, um die Fläche auf maximal 42 Grad zu erhitzen. Von der Wand geht dann eine wohlige Infrarotwärme aus, ähnlich der eines Kachelofens. Kunden der Stadtwerke Ansbach heizen mit Ökostrom aus Wasserkraft oder erzeugen diesen im Idealfall selbst, wie Benjamin Prösl, Innovationsmanager des Energieversorgers, erklärt. „Das System lässt sich ideal mit einer Photovoltaikanlage mit Speicher verbinden. Dann wird der eigene Strom direkt vor Ort verbraucht.“

Der Problemlöser für viele Fälle

Anwendungsfälle gibt es für die Hightech-Farbe in seinen Augen gleich mehrere. So ist beim Neubau eines Niedrigenergiehauses zu überlegen, ob man mit der Farbe arbeitet, aber besonders naheliegend ist ihr Einsatz bei Modernisierungen. Die kalte Wand im Bad oder Spielzimmer ist damit rasch beseitigt.

Auch für Keller und Dach kann sich Benjamin Prösl den Einsatz des Materials gut vorstellen. So ist beispielsweise für ein nachträglich ausgebautes und neu gedämmtes Dach die Wärme durch das Kohlenstoff-Produkt absolut ausreichend.
Ein neuer Partyraum im Keller, der hin und wieder genutzt wird? Dafür muss man nicht mehr extra Heizungsrohre verlegen. Der klassische Problemfall „Feuchtigkeit im Keller“ lässt sich unter Umständen mit der wärmenden Farbe lösen. „Wir sehen in dem Produkt, für das der Hersteller bereits das Patent beantragt hat, großes Potenzial und werden dafür extra einen Stromtarif anbieten“, berichtet der Vertriebsmitarbeiter.

Aus Schwarz wird im Handumdrehen Weiß

Doch wie verhält es sich mit der schwarzen Farbe? Schließlich möchten nur die wenigsten Menschen in dunklen Räumen sitzen. Günther Blach, Geschäftsführer des gleichnamigen Malerbetriebs, gibt Entwarnung. „Die Flächen lassen sich problemlos mit der gewünschten Wandfarbe übertünchen“, berichtet er. Seine Firma ist aktuell der einzige Malerbetrieb im westlichen Mittelfranken, der mit der Farbe arbeitet, denn um den Anstrich fachgerecht aufzubringen, haben seine Mitarbeiter eine spezielle Schulung absolviert. Im August werden sie eine Musterfläche im Klimaladen Ansbach gestalten, wo sich Interessenten direkt am Objekt über die Wirkungsweise von e-Paint informieren können.

Hersteller der Farbe ist die FutureCarbon GmbH. Neben der Heizfarbe hat die oberfränkische Hightech-Schmiede auch drei andere Heiz-Produkte auf Kohlenstoffbasis entwickelt: die hauchdünne Fußbodenfolie e-Foil, die elektrisch beheizbare Trockenbauwand e-Wall und das Glaspanel e-Glass. Sie alle basieren auf der Kohlenstoff-Technologie des Unternehmens, die bereits erfolgreich in der Industrie und Energiebranche eingesetzt wird, zum Beispiel zur Enteisung von Windrädern.

Informationen zum Angebot der Stadtwerke in Sachen „e-Paint“ bekommen Sie ab August im Klimaladen zu den üblichen Önungszeiten und auf der Internet-Seite www.carbo-e-therm.de.

Anders als herkömmliche Heizkörper, sogenannte Konvektoren, erwärmen Infrarotheizungen wie e-Paint nicht die Umgebungsluft, sondern die Gegenstände und Körper in einem Raum.Da bei diesem Prinzip die Luft nicht zirkuliert, werden auch weniger Staubpartikel aufgewirbelt und verteilt, was besonders Asthmatikern und Allergikern entgegenkommt. Zudem heizen Infrarotsysteme bedarfsgerecht – ohne lange Vorlaufzeiten.